Was wir machen

Eine detaillierte Darstellung der Projektphasen finden Sie hier.

Wer wir sind

Amir Alexander Fahim

Amir Alexander Fahim hat Religionswissenschaft studiert und forscht bereits seit vielen Jahren zu Islam und Muslimen in Deutschland. Von 2012- 2014 führte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter eine qualitative Studie zu Lebenswelten muslimischer jugendlichen in Deutschland am Institut für Islamwissenschaft der Freien Universität Berlin durch. Durch seine Tätigkeit als Leiter des viel beachteten Projektes „Präventionsnetzwerk gegen religiös begründeten Extremismus“ der Türkischen Gemeinde in Deutschland konnte er wichtige Erfahrungen im Strukturaufbau von migrantischen und muslimischen Vereinen erlangen. Als ausgebildeter Mediator und zertifizierter Online-Berater weiß er um die Bedeutung von Kommunikation und auch welche Rahmenbedingungen bestehen sollten, damit sie erfolgreich gelingen kann.

Alex glaubt an die Macht der Begegnung und freut sich auf kontroverse, spannende und produktive Diskussionen im Rahmen des Projektes „Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch“– alles was er sonst noch zum Projekt denkt, finden Sie hier.

Sevinc Kuzuoğlu

Sevinc Kuzuoğlu hat Soziale Arbeit studiert und forscht bereits seit vielen Jahren zum Thema Rassismus. Die Forschungsschwerpunkte liegen konkret auf zwei Bereichen: Antimuslimischer Rassismus in Deutschland und Demokratieverhältnis in Bezug auf ostdeutsche Biografien in Berlin. Diese qualitativen Untersuchungen wurden in ihrem Kern intersektional analysiert. Durch rassismuskritische Bildungsarbeit innerhalb der Sozialen Arbeit ist sie sich bewusst wie wichtig die kritische Reflektion der eigenen gesellschaftlichen Position ist. Ihr Fokus auf Rassismus ist die Professionalisierung der Analysekategorie „Rassismus“. Seit 01.02.2020 ist sie im Projekt „Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch“ bei der Türkischen Gemeinde Deutschland e.V. tätig.

Sevinc ist überzeugt davon, dass partizipative Formate fundamental wichtig sind, um aus der ewigen Zuschreibung, Bevormundung und Homogenisierung zu entkommen, die rassismusbetroffene Menschen tagtäglich ausgesetzt sind – alles was sie sonst noch zum Projekt denkt, finden Sie hier.

Kaan Bağcı

Kaan Bağcı hat den B.A. Politikwissenschaft und Soziologie in Frankfurt am Main, und anschließend den M.A. European Studies in Frankfurt (Oder) studiert. Bevor er als Mitarbeiter im Projekt „Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch“ eingestiegen ist, hat er bereits in den Bereichen Kommunikation und Journalismus gearbeitet. Seitdem er in Berlin wohnt, beschäftigt er sich stärker mit den Themen Rassismus, Diversität und Gesellschaft. Die rassistischen Morde und Anschläge der letzten Zeit haben ihn noch zusätzlich für die Wichtigkeit eines solchen Projekts sensibilisiert.

Kaan ist sich sicher: Wenn Betroffene von Rassismus und Ausgrenzungserfahrung ihre Gemeinsamkeiten in den Fokus stellen und ihre Unterschiede beiseite räumen, kann etwas sehr Produktives und etwas sehr Schönes entstehen. “ – alles was er sonst noch zum Projekt denkt, finden Sie hier.

Warum eigentlich wir?

Das Projekt „Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch“ ist ein Modellprojekt der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V. (TGD). Als säkularer Verband vertritt die TGD die Interessen von Menschen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Zugehörigkeit. In dieser Funktion stellen wir fest, dass die gegenwärtigen Diskurse zu Islam und Muslimen in Deutschland für unsere Mitglieder eine unmittelbare Relevanz besitzen. Das bemerkenswerte: Es kommt dabei gar nicht darauf an, ob die Menschen überhaupt Muslime sind oder nicht. Denn Antimuslimischer Rassismus ist eine Form des Rassismus, die nicht nur gläubige oder praktizierende Musliminnen und Muslime betrifft.

Diese Form des Rassismus richtet sich gegen Menschen, denen eine islamische Religionszugehörigkeit zugeschrieben wird. Diese Zuschreibung erfolgt über diverse Indikatoren, beispielsweise durch Sprache, durch angenommener oder tatsächlicher ethnischer Herkunft, durch die Staatsangehörigkeit etc. Kurz gesagt: Jegliche angenommene Affiliation mit dem Islam als Religion oder Kultur kann antimuslimischen Rassismus gegenüber einem Menschen hervorrufen.

Zahlreiche Studien haben festgestellt, dass die öffentlichen Diskurse zu „dem“ Islam und „den“ Muslimen in Deutschland überwiegend defizitorientiert, stark pauschalisierend und mitunter auch politisiert sind. Gleichzeitig ist belegt, dass sich antimuslimische Ressentiments bis weit in die sogenannte Mitte der Gesellschaft ziehen. All diese Beobachtungen haben uns dazu bewogen ein Projekt zu konzipieren, was es zum Ziel hat, die öffentlichen Islambilder zu differenzieren.

Es geht uns also nicht um eine Verbesserung des Images des Islam, sondern dafür zu sensibilisieren, dass verkürzte und pauschalisierende Bilder über Musliminnen und Muslime auch Menschen betreffen, die sich gar nicht als muslimisch verstehen und sich negativ auf das Zusammenleben zwischen der sog. Mehrheitsgesellschaft und vielen migrantischen und muslimischen Communities auswirken.

Verlinkung zu unseren Grundsatzpositionen Religion

Was ist unsere Rolle?

Im Projekt muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch sieht sich die TGD in erster Linie als Moderatorin und Ermöglicherin der Debattenformate. Das Projektteam sieht seine Aufgabe also nicht darin, eigene thematische Schwerpunkte zu setzen. Es geht uns auch nicht darum Menschen aus der muslimisch gelesenen Vielfalt „diskursfähig“ zu machen.

Im Gegenteil: Wir wissen um das große Engagement, die tiefen Sachkenntnisse und die fachlichen Expertisen von vielen Initiativen und Einzelpersonen zu den unterschiedlichsten Themen in Deutschland. Wie sehen allerdings eine Missrepräsentation dieser Menschen – oder anders ausgedrückt: Die Perspektiven dieser Personen und Initiativen kommen in den Diskursen meist schlichtweg überhaupt nicht vor. Das wollen wir ändern.

Wir interpretieren unsere Rolle also so, dass wir einerseits Dialog ermöglichen und Diskussionen anregen und begleiten und andererseits die Vernetzung zwischen den Communities untereinander sowie mit VertreterInnen der sog. Mehrheitsgesellschaft gewährleisten. Dabei versuchen wir dem Ansatz der Allparteilichkeit gerecht zu werden.

Als Moderatorin von partizipativen Dialogformaten ist es dennoch wichtig, auch dafür Sorge zu tragen, dass Prinzipien der solidarischen Kommunikation abgestimmt und auch eingehalten werden. Gleichzeitig treten wir für eine offene, und (selbst)kritische Debattenkultur ein – wir freuen uns wenn auch gestritten wird, denn gerade auch der Meinungsstreit kann produktive Potentiale entfalten.

In diesem Sinne freuen wir uns auf die Diskussionen und den (produktiven) Streit mit und zwischen Ihnen… :)