Wie hältst du es mit der Religion? Oder: Themen und Inhalte

Wir haben das Projekt als partizipativ und ergebnisoffen konzipiert! Das heißt, dass es uns sehr wichtig ist, die Themen und Perspektiven der Teilnehmenden in den Mittelpunkt zu stellen. Gleichzeitig sehen wir uns als Projekt nicht geeignet tatsächlich auch alle Themen in unserem Rahmen besprechen und bearbeiten zu können. Was meinen wir damit?

Die TGD ist ein weltanschaulich neutraler Verband – in dieser Rolle sind wir auch darauf sensibilisiert, dass die Repräsentation und Aushandlung von islamrechtlich-theologischen Fragestellungen nicht in unser Aufgabengebiet fallen. Vielmehr möchten wir Prozesse begleiten und unterstützen, die eine Differenzierung der dominanten und meist defizitorientierten Diskurse über „den“ Islam oder „die“ Muslime voranbringen. Dabei sind wir überzeugt davon, dass sich erst einmal die als muslimisch markierten Menschen verständigen müssen, wie solidarisch und produktiv miteinander ins Gespräch getreten werden kann.

Haram oder halal?

Vor diesem Grund ist das Projekt „Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch“ ist also nicht daran interessiert, islamrechtliche Positionen zu formulieren oder Aussagen über den Wesenskern des Islam aufzustellen. Oder anders ausgedrückt: und geht es nicht um haram oder halal.

Das verbindende Element sind Themen, die die muslimisch gelesenen Menschen in ihrem sozialen und zivilgesellschaftlichen Engagement aber auch in ihren alltäglichen Lebensrealitäten beschäftigen.

Für die Projektumsetzung bedeutet dies, dass wir – trotz der Themenoffenheit – nicht alle Themen auch tatsächlich im Rahmen des Projektes bearbeiten können. Wir werden aber sehr transparent mit diesem Grundsatz umgehen und denken, dass unsere Selbstbeschränkung selbst ein erster Schritt in der Ausdifferenzierung muslimisch gelesener Menschen und derer Repräsentation darstellt.