Lost in Translation – Zur Schwierigkeit der Übersetzung zwischen religiöser und säkularer Ebene

Kurzbeschreibung und Ziele

Die Working Group „Lost in Translation“ möchte der Frage nachgehen wie (bzw. ob) religiöse Begriffe in einem säkular geprägten Denk- und Sprachraum verständlich gemacht werden können (und sollten). Ausgangspunkt dieser Frage ist die Beobachtung, dass sowohl der interreligiöse Dialog als auch allgemein die Berichterstattung über „die“ Muslime und „den“ Islam von Zuschreibungen, Missverständnissen oder wie wir es nennen: „Übersetzungsfehlern“ geprägt ist.

So werden durch die Übersetzung religiöser Begriffe aus dem Arabischen in eine (christlich geprägte) säkulare Sprache vermeintliche Begriffspaare kreiert, die bei einer tiefgreifenden Würdigung erhebliche Unterschiede aufweisen. Die mannigfaltigen Denktraditionen, Perspektiven aus der islamischen Tradition sowie die Emotionen und individuellen Zugänge von Musli:innen werden dabei meist vollkommen ignoriert. Beispiele hierfür: din=Religion haram/halal=verboten/erlaubt Ummah=islamische Glaubensgemeinschaft.

Ähnlich verhält es sich mit politischen Begriffen, die Einzug in den muslimischen Diskurs gefunden haben, deren säkulare Grundannahmen aber dennoch dominant bleiben. Beispiele: Freiheit, Liberalität, Extremismus, Prävention, etc.

Das Ziel der Working Group besteht darin, Brücken zu bauen und eine Basis zu schaffen, um überhaupt ins Gespräch zu kommen. Auf diesem Weg sollen Erkenntnisgewinne generiert werden, gemeinsame Diskursräume konstruiert und gängige Missverständnisse aufgelöst werden.

Methoden und Formate

Die Working Group versteht sich als safer space, der einen offenen Reflexionsprozess ermöglichen soll. In den einzelnen Sitzungen soll es Raum für einen Erfahrungsaustausch geben, in dem bestehende Missverständnisse oder „Übersetzungsfehler“ von konkreten Begriffen bzw. Begriffspaaren ausgemacht und bearbeitet werden können. Hierbei bieten sich kurze thematische Inputs zu den ausgewählten „Übersetzungsfehlern“ an, um anschließend darüber ins Gespräch zu kommen.

Am Ende des Prozesses soll ein gemeinsam erarbeitetes und professionell illustriertes Glossar entstehen.